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Erinnerung an das Massaker an aramäischsprachigen Christen in nordirakischer Kleinstadt Simele am 7. August 1933
08.08.2012
Wien, 08.08.2012 (KAP) Aramäischsprachige Christen in aller Welt haben am Dienstag den "Tag der Assyrischen Märtyrer" begangen. Der Gedenktag erinnert an das Massaker in der nordirakischen Kleinstadt Simele am 7. August 1933. Damals hatten irakische Truppen einen angeblichen "Aufstand" der assyrischen Christen mit brutaler Härte niedergeschlagen; die Briten, die erst 1932 den Irak in die Unabhängigkeit entlassen hatten, griffen nicht ein. Von den Repressionsmaßnahmen der irakischen Truppen waren insgesamt 63 assyrische Dörfer in den Bezirken Mossul und Dohuk betroffen, mehr als 3.000 Christen wurden ermordet. Die Terrorkampagne im August 1933 hatte zur Folge, dass rund ein Drittel der Assyrer aus dem Irak flüchtete.
Assyrische Vereinigungen in aller Welt erinnerten zum "Tag der Märtyrer" daran, dass die Christen auch heute im Irak Verfolgung und Unterdrückung ausgesetzt sind. Der Westen sehe dieser Verfolgung eines ganzen Volkes weitgehend gleichgültig zu, kritisierte etwa auch in der Vergangenheit immer wieder der "Zentralverband der assyrischen Vereinigung in Deutschland und europäischen Sektionen" (ZAVD). Der ZAVD ist der Dachverband der assyrischen Vereine im deutschsprachigen Raum. Auch in Österreich gibt es eine kleine assyrische Gemeinde. Die meisten Assyrer leben in Wien, Gottesdienste werden nicht nur in der Bundeshauptstadt, sondern fallweise auch in Linz gefeiert.
Das Massaker von Simele inspirierte den polnisch-jüdischen Juristen Ralph Lemkin (1900-1959) zur Entwicklung des Begriffs "Völkermord" (Genozid). Unter dem Eindruck des Schicksals der assyrischen Christen referierte er bei einer Konferenz des Völkerbunds über internationales Strafrecht 1933 in Madrid über "das Verbrechen der Barbarei als Verbrechen gegen das Völkerrecht". Später entwickelte er aus diesem Referat den Begriff "Völkermord".
http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/48478.html
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