... Kritiker dieses Wahlmodus prophezeien Wahlfälschungen im großen Stil. Einer von ihnen ist Yonadam Kanna, der bisher einzige christliche Abgeordnete in der irakischen Nationalversammlung. Unermüdlich kämpft der kleine Assyrer für den Erhalt der Minderheit, die im nordirakischen Mossul einer brutalen Verfolgung ausgesetzt ist. Mehr als die Hälfte der Christen haben in den vergangenen Jahren den Irak verlassen, ein Ende dieses Exodus ist bislang nicht absehbar. Fast täglich muss das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen Anträge von irakischen Christen entgegennehmen, die nach Kanada, in die USA oder nach Europa auswandern wollen. "Wir sind zwischen die Fronten von Arabern und Kurden geraten", sagt Kanna. Vor allem im Stammland der Christen, in der Provinz Ninive rund um Mossul, der drittgrößten Stadt des Iraks, gibt es heftige Kontroversen um die künftige Verwaltungsstruktur. "Jeder will uns auf seine Seite ziehen."
Als Kanna und die anderen christlichen Organisationen es schafften, mit dem neuen Wahlgesetz Minderheitenquoten durchzusetzen und ihre Repräsentanz in Bagdad zu erhöhen, begann das Morden in Mossul. In der zweiten Februarwoche wurde an jedem Tag ein Christ erschossen. Zuletzt töteten Fanatiker einen syrisch-orthodoxen Mann und seine beiden Söhne - das ist erst ein paar Tage her.
mehr lesen...
Drucken | review | 08.03.2010, 10:00 |
Admin