Die syrisch-orthodoxe Kirche ist gegen eine internationale Einmischung im Syrien-Konflikt. Das sagte der orthodoxe Erzbischof der Diözese Jazirah und Euphrat
es, Mor Eustasius Matta Roham, im Münchner Kirchenradio.
Im Irak und in Lybien habe man bereits gesehen, dass eine Einmischung „nicht Frieden schafft, sondern Chaos erzeugt“. Wenn zum Beispiel die Nato Truppen schickte, würden die Bürger diese als Kriminelle bezeichnen und nicht als Kämpfer für die Freiheit von Syrien ansehen, sagte der Erzbischof am Mittwoch am Rande einer Pressekonferenz des katholischen Hilfswerks Missio in München.
Die von der EU bislang gewährte finanzielle Hilfe für das vom Bürgerkrieg geplagte Land bezeichnete der Geistliche als Beleidigung. Das sei zu wenig angesichts der großen Probleme, die das Land mit einer Bevölkerung von über 20 Millionen derzeit hat. Das Wichtigste, dass das Land nun brauche, um Frieden zu schaffen, sei die Vergebung. Dann könne man sich am Konferenztisch zusammensetzen. Nicht nur die lokalen Kontrahenten, sondern auch die in den Konflikt verwickelten Großmächte müssten einander vergeben. Nur so könne man Frieden und Gerechtigkeit erreichen, so der Erzbischof weiter.
Auch Missio München engagiert sich in der Nothilfe für Flüchtlinge in Syrien. Man habe einen Hilferuf aus Damaskus bekommen von dem dortigen Bischof, sagte der Präsident des Hilfswerks, P. Eric Englert, dem Münchner Kirchenradio auf Nachfrage. Mit Unterstützung der bayrischen Diözesen leiste man Nahrungsmittelhilfe für Flüchtlinge aus Homs, die nach Damaskus gekommen sind. Die Nothilfe sei gut angelaufen, so P. Englert weiter. 50.000 Christen sollen bereits die umkämpfte Stadt Homs verlassen haben. Nach Schätzungen des UNHCR sind in Syrien insgesamt eine halbe Million Menschen auf der Flucht. (ph)
Drucken | review | 02.05.2012, 20:48 |
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