Einen Tag vor der Parlamentswahl sind in Syrien erneut schwere Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen entbrannt. Aufständische griffen Panzerstellungen der Armee in der Stadt Deir el-Zor am Euphrat
an.
Das teilten Menschenrechtler und Einwohner am Sonntag mit. Angaben zu Opfern lagen nicht vor. Der Rebellen-Angriff sei die Reaktion auf eine Offensive des Militärs gegen Städte und Dörfer in der Region an der Grenze zum Irak, bei der in den vergangene Tagen zahlreiche Menschen getötet worden seien, hieß es weiter. Die seit dem 12. April geltende Waffenruhe wurde von beiden Seiten immer wieder verletzt.
Am Samstag wurden bei einem Bombenanschlag in der Stadt Aleppo fünf Menschen getötet. Die oppositionelle Freie Syrische Armee bekannte sich zu dem Anschlag. Die neue Gewalt ist ein weiterer Rückschlag für den Friedensplan des internationalen Syrien-Vermittlers Kofi Annan. Der Plan sieht neben der Waffenruhe auch die Entsendung von Beobachtern sowie den freien Zugang für Journalisten und Hilfsorganisationen vor. Derzeit sind rund 50 Beobachter in Syrien tätig. Bei dem seit 14 Monaten anhaltenden Aufstand gegen Präsident Baschar el-Assad sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mindestens 9000 Menschen ums Leben gekommen.
„Sitze für Unabhängige gehen an Meistbietende“
Nach Darstellung der Regierung richten sich die Angriffe der Rebellen gegen Assads Reformprogramm, das am Montag mit der Parlamentswahl gekrönt werden soll. Gegenwärtig gehören dem Parlament keine Vertreter der Opposition an. Künftig soll die Hälfte der Sitze „Abgeordneten der Arbeiter und Bauern“ vorbehalten sein, deren Gewerkschaften aber von Assads Baath-Partei kontrolliert werden.
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Drucken | review | 06.05.2012, 20:22 |
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