Das Projekt Nefretsöylemi.org engagiert sich gegen Diskriminierung in türkischen Medien.
von Luise Sammann
Mal mehr, mal weniger direkt werden all jene, die nicht der sunnitisch-türkischen Mehrheit angehören, in oft kleinen Nebensätzen, Bildunterschriften oder Fernsehkommentaren abgelehnt. Die Initiatoren von Nefretsöylemi.org machen auf diesen Missstand aufmerksam.
„Sie verstecken Bomben in Spielzeugen und werfen sie in den Grenzfluss zu Aserbaidschan. So töten sie dort die Kinder, die denken, sie hätten ein Spielzeug gefunden. Dutzende Scharfschützen erschießen außerdem Kinder und Frauen. (…) So sind sie, die Armenier und auch die Griechen, liebe Leser. Ohne Gehirn, ohne Moral, ohne Herz…“
Der Journalist der türkischen Tageszeitung „Günes“ betreibt nicht unbedingt das, was man ausgewogenen Journalismus nennt. Nein, wenn es um religiöse Minderheiten geht, dann nehmen er und viele seiner Kollegen kein Blatt vor den Mund.
„Solche Worte sind hier immer noch salonfähig“, seufzt Nuran Gelisli während sie durch eine ganze Sammlung von Artikeln blättert.
„Hier: ‘Die Türkei wird christlich!’ Dieser Titel steht über einem Artikel zur Wiedereröffnung der Kirche von Akhdamar vor zwei Jahren. Die Christen in der Türkei werden da als Bedrohung dargestellt. Wir sammeln viele, viele solcher Beispiele auf unserer Seite und in unseren Berichten.“, sagt Gelisli mehr lesen...
Drucken | review | 09.07.2012, 08:20 |
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